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Übungsbericht vom 23.06.2011

THW-Ortsverband Döbeln probte für den Ernstfall


Sebastian Friebel, Ausbildungsbeauftragter und Christian Winkler, Gruppenführer, stellten in den letzten Tagen eine anspruchsvolle Übung für die ehrenamtlichen THW-Helfer zusammen.

Im Vorfeld wurden die Behörden benachrichtigt und Anträge gestellt, damit auch die Alarmierung der Helfer über die Rettungsleitstelle Grimma, sowie das Fahren mit Blaulicht und Martinshorn erfolgen kann. Unterstützung erhielten sie von Jens Weinert, der den Kontakt zur Elektrowärme Döbeln mit dem Geschäftsführer Herrn Gottlebe herstellte. Herr Gottlebe zeigte sich beeindruckt und stellte kurzfristig und völlig bereitwillig Teile seiner Firma für die Übung zur Verfügung.

18. Juni, 6.39 Uhr: Die Funkmeldeempfänger der THW-Helfer aus Döbeln gingen mit dem Text los: „Einsatzalarm, Massenunfall auf BAB 14“. Kurz darauf wurden noch die restlichen Helfer per Telefon alarmiert. Bereits 15 Minuten nach dem Alarm bewegte sich das erste Fahrzeug mit drei Helfern, sowie der Rettungsplattform für LKW- und Busunfälle in den Bereitstellungsraum ins Gewerbegebiet Mockritz.

Die Einsatzlage stellte sich wie folgt dar: Am 18. Juni 2011 ereignete sich auf der BAB 14 Dresden Richtung Leipzig, zwei Kilometer nach der Anschlussstelle Döbeln Ost, ein Verkehrsunfall mit einem Gefahrgut LKW. In die noch ungesicherte Unfallstelle versuchte ein Reisebus mit 42 Fahrgästen auszuweichen und durchbrach dabei die Mittelleitplanke und geriet auf die Gegenfahrbahn. Daraufhin ereignete sich ein Massenunfall mit 25 PKW, zwei LKW und einem zweiten Reisebus in beiden Fahrtrichtungen. Rund 45 Minuten später war auch ein Gerätekraftwagen mit acht weiteren Helfern vor Ort im Bereitstellungsraum.

Nach zwei Minuten dann plötzlich skeptische Gesichter bei den THW-Helfern: Die Rettungsleitstelle löste die THW-Einsatzkräfte aus dem Autobahneinsatz und gab einen neuen Einsatzbefehl durch: „Neuer Einsatz, Döbeln, Eichbergstraße 9, Firma Elektrowärme Döbeln, mehrere vermisste Kinder, Anrufer vor Ort“. Daraufhin fuhren die zwei Fahrzeuge des THW in den Westen Döbelns. Gruppenführer Michael Gromer sah folgende Lage vor sich: „Nach einem lauten Knall sind mehrere Kinder und Jugendliche, die sich unerlaubt in dem Gebäude befanden, verletzt worden.“ Der Anrufer, gespielt von Jens Weinert, der den Helfern schon blutüberströmt entgegenkam, redete von mindestens 3 Kindern und weiter von Gasgeruch. Er selbst hat sich ebenso bei den Rettungsversuchen verletzt und musste versorgt werden.

Nach einer kurzen Einsatzbesprechung gab Michael Gromer folgende Anweisungen: zwei Helfer unter Atemschutz mit Mehrgasmessgerät zur Erkundung vor, ein Trupp versorgt die Verletzten und stellt eine provisorische Verletztenablage her, die restlichen Helfer bereiten die Ausstattung wie Krankentrage usw. vor. Der Rettungseinsatz konnte beginnen.

Schon nach kurzer Zeit wurden die ersten Personen gerettet und erstversorgt. Schwieriger gestaltete sich die Rettung einer Person auf der Feuerleiter. Die junge Frau stand unter starkem Schock und wirkte verwirrt. Doch auch diese Hürde meisterten die Helfer. Durch gutes Zureden konnte das Vertrauen der Person gewonnen werden und es war möglich sie gesichert und unter Begleitung eines Helfers die Feuerleiter absteigen zu lassen. Eine weitere Person flüchtete durch ein Fenster auf ein Vordach. Hier wurden kurz alle möglichen Rettungswege durchgesprochen und der schnellste durchs Fenster gewählt.

Am Ende resümierte Michael Gromer dann acht verletzte Personen, die erstversorgt und dem Rettungsdienst übergeben wurden. Übungsleiter Sebastian Friebel beendete nach der erfolgreichen Rettung die Übung und nach anschließendem Gruppenfoto wurden die Geräte wieder auf die Fahrzeuge verladen.

Bei der Auswertung am Anschluss konnte man nur wenige kleine Kritikpunkte hören. „Aber dafür ist eine Übung nun mal da – um Fehler zu erkennen und daraus zu lernen, damit sie im Ernstfall nicht passieren“, fasste Christian Winkler zusammen. Zum Mittagessen wurde gegrillt, anschließend wurden die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge hergestellt und die Helfer ins wohlverdiente Wochenende entlassen.

Bedanken möchten sich die Döbelner THW´ler noch bei der Firma Elektrowärme Döbeln, die das Übungsgelände zur Verfügung stellte, sowie bei Julia Bansemer und Edwin Neumann, die neben der Jugendgruppe des Ortsverbandes Döbeln die Verletztendarsteller spielten.

Text: Christian Winkler, OV Döbeln


Fotos zum Bericht:

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 Fotos: THW OV Döbeln / Für Großansicht bitte anklicken



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