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Übungsbericht vom 24.03.2010
Übung „SEISMOHYDRO 2010“

Die THW-Ortsverbände Dippoldiswalde, Dresden und Pirna probten am 19. und 20. März den Ernstfall.

Um 15.00 Uhr löste die Übungsleitung Vollalarm für den Ortsverband Dresden aus. Nach erfolgter Erkundung und Lageeinschätzung, wurden um 16.00 Uhr die Ortsverbände Dippoldiswalde und Pirna, sowie ein Sanitätszug und die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes nachalarmiert.

Als Ausgangslage wurde ein Schwarmbeben im Grenzgebiet zu Tschechien und mehrtägiger Dauerregen angenommen. Es ist zu Schäden an Brücken, Verkehrswegen und Gebäuden, sowie der in der Erde verlegten Versorgungs- und Entsorgungsleitungen gekommen. Gebäude sind ganz oder teilweise eingestürzt. Mehrere Personen werden vermisst.

Die Schwerpunkte dieser Übung im Dresdner Stadtgebiet waren:
  • Suchen/Orten/Retten von verschütteten Personen
  • Beurteilung von Gebäuden und Gebäudeschäden durch Baufachberater
  • Sichern und Abstützen von einzelnen Räumen und Gebäuden
  • Wiederherstellung der Infrastruktur (Wege- und Brückenbau)
  • Ausleuchtung und Energieversorgung der Einsatzstellen
  • Logistische Versorgung der Einheiten
  • Führung der eigenen Kräfte
  • Koordinierung von mehreren Einsatzstellen
  • Einrichten und Betreiben von Bereitstellungsräumen
  • Bildung eines Teams zur Presse- und Medienarbeit (PuMA)
Angesichts der Komplexität der gestellten Aufgaben und der Größenordnung der Übung, keine leichte Aufgabe. Allein die Planungs- und Genehmigungsphase erforderte eine Vorbereitungszeit von sechs Monaten. Sechs beschädigte bzw. teileingestürzte Gebäude mussten ausgeleuchtet, gesichert und nach Verletzten durchsucht werden. Anschließend erfolgte die Rettung in Zusammenarbeit mit den Helfern des DRK, bei der gleichzeitig noch die Grundkenntnisse zur medizinischen Erstversorgung auf den neusten Stand gebracht wurden.

In der Dresdener Heide wurden eine Brücke, mit einer Spannweite von 12.2 Metern, sowie die Zugänge zur Brücke errichtet. Eine besondere Herausforderung für unsere Spezialisten der Fachgruppe Brückenbau, da das Gelände unzugänglich ist und auch kein Kran eingesetzt werden konnte. Da selbst der geländegängigste LKW des Ortsverbandes nicht bis zur Brückenbaustelle vordringen konnte, waren die Helfer gezwungen ihr benötigtest Material und Werkzeug durch den Wald zu tragen.

Auch die Verpflegung der rund 160 Übungsteilnehmer stellte eine besondere Herausforderung dar.

Um die Vorgaben zu erreichen, wurden vier technische Züge, eine Fachgruppe Brückenbau, die Fachgruppen Führung Logistik/Logistik Materialerhaltung, die Fachgruppe Führung und Kommunikation, Leitungs- und Koordinierungsstäbe (LUK), ein Sanitätszug und die Rettungshundestaffel des DRK Dresden eingesetzt.

Um auch im Einsatzfall völlig autark agieren zu können, wurde bewusst auf eine Nutzung der vorhandenen Kommunikationswege und Energieversorgung verzichtet, da diese im Ernstfall meist ausfallen. Um die räumlich weit entfernte Brückenbaustelle zu erreichen, wurde zusätzlich noch eine Funkrelaisstelle eingerichtet.

Am Samstag dem 20.03.2010 um 3.00 Uhr, waren die meisten Einsatzabschnitte abgearbeitet und ein Großteil der Übungsteilnehmer versammelte sich, nach einer ausgiebigen Stärkung, zur abschließenden Besprechung auf dem Gelände des OV Dresden. Mit der Rückverlegung der Einheiten in ihre Unterkunft und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft wurde die Übung um 05.00 Uhr für die OV Pirna und Dippoldiswalde, sowie den 1. Technischen Zug des OV Dresden beendet.

Die Fachgruppe Brückenbau, die durch die 1. Bergungsgruppe des 2. Technischen Zuges verstärkt wurde, mobilisierte ihre letzten Reserven und arbeitete bis gegen 7.00 Uhr weiter. Durch die widrigen Umstände, besonders aufgrund des durchweichten Waldbodens, konnte diese Einsatzstelle nicht vollständig fertig gestellt werden. Das fehlende Geländer wird jedoch bei einem der folgenden Ausbildungsdienste noch fertig gestellt.

Fazit der Übungsleitung: Durch die bundesweit einheitliche Ausbildung der Helfer und die einheitliche Ausstattung, funktioniert die Zusammenarbeit der einzelnen Fachgruppen und auch ganzer Ortsverbände problemlos. Auch die durchaus vorhandenen Defizite traten in diesem Übungsszenario zutage. Es gab Schwachstellen im Bereich der Führung und Kommunikation in der Startphase. Es ist für alle Beteiligten besser, wenn Fehler bereits in einem Probelauf eines Einsatzes erkannt und abgestellt werden, als im realen Einsatz Fehleranalyse betreiben zu müssen. Da solche Großübungen jährlich stattfinden sollten, überlegen die Organisatoren bereits, welche Einsatzoptionen in der nächsten Übung geprobt werden sollten.

Alle Ziele der Übung wurden erreicht. Derartige Übungen sind unverzichtbarer Bestandteil für eine solide Ausbildung. Die Ortsverbände Dippoldiswalde, Dresden und Pirna sind für anstehende Aufgaben bestens gerüstet und werden ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen.

Da alle Übungsteilnehmer ehrenamtlich tätig sind, gilt ihnen und ihren verständnisvollen Familienmitgliedern, unser besonderer Dank. Auch die überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft unserer „Brückenbauer“ sollte noch erwähnt werden.

Text: Ralf Mancke, Michael Hahne, Stefan Dahlke – Teams PuMA Seismohydro


Fotos zum Bericht:

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 Fotos: Robin Zimny & Ralf Mancke, Michael Hahne, Stefan Dahlke / Für Großansicht bitte anklicken



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