
|
| Einsatzbericht vom 20.05.2010 |
|
HCP: Bewährungsprobe in Polen
Ende des vergangenen Jahres sind im Landesverband Sachsen, Thüringen die Vorbereitungen zum Aufbau eines HCP-Moduls
(High Capacity Pumping) angelaufen. Nun steht mit dem Hochwassereinsatz in Polen die erste große Bewährungsprobe an.
Die Ortsverbände Bautzen, Eilenburg und Rudolstadt/Saalfeld haben am gestrigen Mittwochnachmittag den Einsatzauftrag erhalten,
die polnischen Einsatzkräfte mit Hochleistungspumpen zu unterstützen.. Vom Bereitstellungsraum im Ortsverband Görlitz aus ging
es in der Nacht über die Grenze nach Polen. Der Einsatzort befindet sich im Großraum Oppeln. Weitere HCP-Einheiten kommen aus
den Landesverbänden Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und aus Bremen, Niedersachsen.
Die THW-Leitung hat folgende Pressemitteilung veröffentlicht:
„Auf Anforderung der EU entsendet das THW heute vier Spezialeinheiten zur Hochwasserbekämpfung nach Polen. Nach den lang
anhaltenden Regenfällen in den Ostteilen Mitteleuropas ist die Lage im Süden Polens besonders angespannt. Weichsel und Oder sind
über die Ufer getreten und haben ganze Landstriche unter Wasser gesetzt. Mehrere Hundert Menschen mussten bereits ihre Häuser
verlassen. Die so genannten HCP-Module des THW verfügen über Hochleistungspumpen mit einer Leistung von bis zu 15.000 Litern in
der Minute. Das bedeutet: Ein mit etwa 500 Litern gefülltes Planschbecken ist innerhalb von knapp 2 Sekunden leer gepumpt.
Die vier High Capacity Pumping (HCP) Module des THW sollen in bewohnten Gebieten eingesetzt werden und die Behörden vor Ort bei
der Flutbekämpfung unterstützen. Jede der Einheiten verfügt über eine Havariepumpe mit einer Leistung von 15.000 Litern und zwei
weitere Großpumpen mit einer Kapazität von 5.000 Litern pro Minute. Die Geräte können auch in unzugänglichen Gebieten eingesetzt
werden und sind auch dafür ausgelegt, Wasser über eine Entfernung von 1.000 Metern zu pumpen. Insgesamt werden etwa 60 Einsatzkräfte
des THW in die Katastrophenregion geschickt.
Das „EU-Gemeinschaftsverfahren für den Katastrophenschutz“ ist ein integriertes, europäisches Hilfeleistungssystem im
Bevölkerungsschutz. Es soll im Katastrophenfall sowohl innerhalb als auch jenseits der Grenzen der Gemeinschaft angewendet werden
und basiert auf der Zusammenarbeit der mit dem Bevölkerungsschutz befassten nationalen Organisationen. Die Weiterentwicklung des
Gemeinschaftsverfahrens ist für das THW ein wesentliches Anliegen. So hat das THW eigens für das Gemeinschaftsverfahren unter
anderem Einheiten zur Bekämpfung von Hochwasser (HCP) und Einheiten zur technischen und logistischen Unterstützung von
Koordinierungs- und Erkundungsteams der EU (TAST) entwickelt und aufgestellt. Insgesamt nehmen derzeit 31 Staaten am
EU-Gemeinschaftsverfahren teil: die Mitgliedstaaten der EU, Island, Liechtenstein, Norwegen sowie Kroatien.
Erstmals wurden die vom THW für den EU-Mechanismus aufgestellten High Capacity Pumping Modules (HCP) zur Bekämpfung von Hochwasser
während der EU-Übung FloodEX im September 2009 in den Niederlanden eingesetzt.“
Weitere Informationen unter www.thw.de
Impressionen aus dem Bereitsstellungsraum Görlitz:
Fotos: THW / Für Großansicht bitte anklicken
|
 |
 |
|
|