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| Einsatzbericht vom 18.03.2010 |
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Vier Wochen im haitianischen Erdbebengebiet – Resümee
Für die THW-Helferin Gudrun Seifert endete ein Einsatz in Haiti am 27. Februar. Sie war vier Wochen als Laborantin der
Schnell-Einsatz-Einheit-Wasser-Ausland (SEEWA) tätig. Sie schildert ihre Eindrücke anhand von Fotos.
Haiti...
Defektes Parlamentsgebäude – stilisiert abgebildet auf dem 25-Gourdes-Schein (Foto 1), die einstige Pracht ist
noch ein wenig erkennbar, das Haus ist unbenutzbar (Foto 2).
Zerstörter Justizpalast (Foto 3) – das Beben ereignete sich zu einer Zeit, als alle Richter des Landes im Gebäude waren.
Es gibt keine Richter mehr! Die ursprünglich vor dem Monumentalbau stehenden 2 Löwen symbolisierten die Kraft und
Macht Haitis – zerstört. Diese zerstörte Symbolkraft ist für die überlebenden Haitianer das Schlimmste.
Immer wieder Nachbeben – auch wir haben 2 größere (4,7) erlebt (Fotos 4+5).
Wunderbare Augenblicke (Foto 6) – Dankbare Haitianer, leuchtende Augen – ob bei der Ausgabe kostbaren SAUBEREN Trinkwassers,
bei der Probennahme, oder einfach nur, dass wir da waren und unsere kostenlose Hilfe angeboten haben.
Ungewohnte Bilder – Straßenreinigung tausender Haitianer mit Maisbesen, immer im Takt mit Lautsprecherwagen und Musik (Foto 7).
Unmittelbare Eindrücke des Hilfseinsatzes...
Immer wieder intensive Kontakte und gegenseitige Hilfe mit anderen Hilfsorganisationen und Einheimischen,
sowohl bei der Ausgabe sauberen Trinkwassers z.B. für die Welthungerhilfe (Foto 8) als auch bei der Beprobung von Brunnen
für z.B. "Ärzte ohne Grenzen" (Foto 9).
4 Wochen Zelten und Nahrung aus der Dose – (Foto 10). Aber unser Logistiker schaffte es, immer wieder Frischware zu organisieren,
was die Stimmung auf hohem Niveau hielt und die Arbeitsleistung so steigerte, dass wir mit den 2 Anlagen in Port-au-Prince
Trinkwassermengen produzierten, die niemand für möglich gehalten hätte.
Lokale Arbeitskräfte – Zum Bedienen der Anlagen stellten wir Arbeitskräfte vor Ort ein. Zwei davon hatten sehr gute
Deutschkenntnisse, mit den anderen kommunizierten wir englisch oder mit Händen und Füßen. Nach dem 3. Tag jedoch wurden wir von
fast allen mit "Moin Moin" (für die Norddeutschen unter uns) und "Guten Morgen" begrüßt (Foto 11).
Wie geht es weiter...
Ein THW-Ablöseteam ist bereits vor Ort und wird unsere Arbeit noch 4 Wochen fortsetzen, danach ist nochmals ein 4-wöchiger
Einsatz eines SEEWA-Teams geplant. So sind wir trotz der Strapazen mit einem guten Gefühl wieder nach Hause geflogen und dankbar,
dass wir ein Teil der internationalen Hilfe für die vom Erdbeben betroffenen Menschen sein konnten (Foto 12).
Text: Gudrun Seifert
Fotos zum Bericht:

Foto 1 25 Gourdes mit Parlamentsgebäude

Foto 2 Zerstörtes Parlamentsgebäude

Foto 3 Zerstörter Justizpalast

Foto 4 Zerstörte Gebäude auf dem Weg nach Léogȃne, dem Epizentrum des Bebens

Foto 5 Zerstörte Gebäude auf dem Weg nach Léogȃne, dem Epizentrum des Bebens

Foto 6 Dankbare Bevölkerung Foto Björn Guericke

Foto 7 Straßenreinigung auf haitianisch mit Musik und Strohbesen

Foto 8 Welthungerhilfe-Tanklastwagen beim Befüllen mit THW-Trinkwasser

Foto 9 Umringt nach der Probenahme im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen Foto Björn Guericke

Foto 10 Beispiel für Nahrung aus der Dose

Foto 11 Einsatzstelle in Port-au-Prince 2 Trinkwasseraufbereitungs- anlagen mit 10 Rohwasserbecken und 8 Reinwasserblasen

Foto 12 thw Team 2 Port-au-Prince und lokale Arbeitskräfte
Fotos: Gudrun Seifert & Björn Guericke / Für Großansicht bitte anklicken
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